Im exklusiven Ambiente des Grandhotels Hessischer Hof in Frankfurt begrüßte das manager magazin im Rahmen seiner manager lounge am 18. September 2018 einen erlesenen Kreis von Unternehmensführern und Beratern, um über ein Thema zu diskutieren, das den deutschen Kapitalmarkt aktuell intensiv umtreibt: Was kostet schlechte Finanzkommunikation? Oder andersherum gefragt: Was ist eigentlich effektive Kommunikation am Kapitalmarkt?

Teilnehmer dieser Diskussionsrunde waren neben Michael Klaus, Vorstand der B. Metzler seel. Sohn & Co. Holding AG, mit Prof. Christian Strenger, Corporate Governance-Experte, und Prof. Henning Zülch, Experte für Bilanzierung und Kapitalmarktkommunikation, zwei Professoren von der HHL Leipzig Graduate School of Management.

Als Ausgangspunkt der Diskussion dienten aktuelle Beispiele für defizitäre Finanzkommunikation am Kapitalmarkt. So ist GEAs Kurs nach mehreren Gewinnwarnungen seit November 2017 um mehr als 25 Prozent eingebrochen, CEO und CFO sind auf dem erzwungenen Absprung. General Electric hat jahrelang Milliardenverluste und Fehlentwicklungen in der monströsen Bilanz verborgen, nun steckt der Großkonzern in der Krise. ThyssenKrupp hat das Vertrauen der Anleger verloren. Das gleiche gilt für die beiden großen deutschen Banken. Bei vielen der Kommunikations-Versager sind aktivistische Investoren eingestiegen, um Strategie und Kommunikation drastisch zu verbessern. Die Beispiele zeigen: Wer nicht offen und umfassend mit den Anlegern spricht, der hat bald sehr aggressive neue Eigentümer im Aufsichtsrat, die dann selbst den Kurs bestimmen.

Herr Prof. Zülch stellte in seiner Argumentation eindringlich heraus, dass „das Vertrauen der Anleger letztlich für den Erfolg am Kapitalmarkt eine entscheidende Rolle spielt. Fast immer wird in Krisenfällen davon gesprochen, dass Anleger sich vom Unternehmen abwenden, weil sie das Vertrauen in das Geschäftsmodell und/oder das Management verloren haben.“ Verlieren Anleger das Vertrauen, dann „nur deshalb, weil sie spüren, dass mit dem durch das Management kommunizierten Risiko-Rendite-Verhältnis etwas nicht stimmt“, so Zülch. Herr Strenger wies in seinen Ausführungen nochmals eindringlich auf die Bedeutung eines starken und sachkundigen Aufsichtsrates im Gesamtgefüge des deutschen Corporate Governance Systems hin. Er sollte der Garant für Glaubwürdigkeit sein und auf maximale Transparenz drängen. Alle Diskussionsteilnehmer waren sich am Ende darin einig, dass gerade die Kommunikation strategischer Informationen am deutschen Kapitalmarkt stark verbesserungswürdig ist. Die Kommunikationsabteilungen der Unternehmen müssen in dieser Hinsicht künftig von Gatekeepern zu Moderatoren der Information werden.

Der Abend endete mit einem Get-together im Hessischen Hof und anregenden Gesprächen zum Thema Finanzkommunikation.

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